Home » EM 2012 » Die Chancen der Deutschen Mannschaft bei der Fussball EM 2012
Die Chancen der Deutschen Mannschaft bei der Fussball EM 2012

Vom 08. Juni bis zum 01. Juli 2012 findet in Polen und der Ukraine die UEFA-Fußball Europameisterschaft 2012 statt. Die Deutsche Nationalmannschaft gilt bei vielen Experten nicht nur als Geheimfavorit, sondern als absoluter Titelanwärter. Dies vermag angesichts der makellosen Qualifikationsbilanz der Deutschen Mannschaft mit zehn Siegen aus zehn Spielen und des eindrucksvollen 3:0 Testspielerfolges gegen den ebenfalls hoch gehandelten Vize-Weltmeister aus den Niederlanden nicht weiter zu verwundern.
Doch wie steht es tatsächlich um die Chancen der Deutschen Mannschaft bei der Europameisterschaft?

Die Ausgangslage für das bevorstehende Turnier könnte für Bundestrainer Joachim Löw nicht besser sein. Neben der perfekten Qualifikationsrunde und den Testspielerfolgen über Uruguay, Brasilien und die Niederlande weckt auch die Kadersituation große Hoffnungen.

Im Tor wird Löw auf Manuel Neuer vom FC Bayern München als unangefochtene Nummer Eins setzen. Hinter Neuer werden voraussichtlich Tim Wiese vom SV Werder Bremen und Ron-Robert Zieler von Hannover 96 als Ersatzleute die Reise nach Osteuropa antreten.

In der Abwehr ist Kapitän Philipp Lahm vom FC Bayern München auf der Position des linken Außenverteidigers als einer der Besten und Konstantesten seines Faches eine unverzichtbare Größe. Für die restlichen Positionen der Viererkette bieten sich Löw mit den talentierten Verteidigern Holger Badstuber, Mats Hummels, Jerome Boateng und Benedikt Höwedes und dem mittlerweile beim englischen Spitzenklub tätigen Routinier Per Mertesacker hochkarätige Alternativen, die bereits auf umfassende nationale und internationale Erfahrungen zurückgreifen können. Dahinter lauern mit Dennis Aogo und Christian Träsch weitere Talente auf ihre Chance, sich bei einem großen Turnier ins Rampenlicht zu spielen.

Für das Herzstück des deutschen Spiels, das Mittelfeld, kann Löw aus einer enormen Fülle an Talent und fußballerischer Klasse schöpfen. Bastian Schweinsteiger ist als Denker und Lenker nicht mehr aus dem deutschen Team wegzudenken. Neben ihm wird wohl Sami Khedira von Real Madrid von Beginn an auflaufen, wobei sich auch die Bundesliga-Zwillinge Lars und Sven Bender berechtigte Hoffnung auf regelmäßige Einsätze machen dürften. Im offensiven Mittelfeld stehen Namen wie Lukas Podolski, Mesut Özil, Mario Götze, André Schürrle, Thomas Müller, Toni Kroos und der in dieser Saison bislang groß aufspielende Marco Reus sinnbildlich für Talent, Kreativität und jugendliche Frische.

Auch in vorderster Front hat Löw zwischen dem Routinier Miroslav Klose von Lazio Rom und Mario Gomez, der im Jahr 2011 in 53 Spielen sensationelle 49 Tore erzielte, die Qual der Wahl.

Angesichts dieser Kadersituation und der tollen Form der Nationalelf vermag es nicht zu verwundern, dass die Reaktionen des DFB auf die vermeintliche „Hammergruppe“ mit Portugal, Dänemark und den Niederlanden vergleichsweise gelassen ausfielen. Auch hieran zeigt sich das enorm gewachsene Selbstvertrauen der jungen Löw-Truppe, die in der Form des Jahres 2011 zweifellos zu den absoluten Turnierfavoriten gezählt werden muss.

Neben der Deutschen Mannschaft sehen Experten nahezu einhellig Spanien und die Niederlande als die größten Titelanwärter an. Die mit großem Offensiv-Potential ausgestatteten Niederländer greifen in Polen und der Ukraine nach der Niederlage im WM-Finale 2010 nach dem ersten großen Titelgewinn seit der EM 1988.
Der amtierende Welt- und Europameister Spanien dominierte in den letzten Jahren den internationalen Fußball und profitierte dabei neben der individuellen Klasse vom geradezu blinden Verständnis seiner Stammspieler, die ausschließlich aus den Großvereinen Real Madrid und FC Barcelona rekrutiert werden.

Es wird abzuwarten sein, ob die DFB-Elf nach den bitteren Niederlagen im Finale der EM 2008 und im Halbfinale der WM 2010 einem etwaigen erneuten Duell mit Spanien gewachsen sein wird. Sollten beide Mannschaften die Gruppenphase als Gruppensieger überstehen, so wird ein Zusammentreffen frühestens im Finale in Kiew stattfinden.
In Anbetracht der nahezu unbegrenzten Kadermöglichkeiten von Löw und der jugendlichen Frische, mit der sich die Nationalelf zuletzt präsentierte, muss der Deutschen Mannschaft vor keinem Gegner Bange sein.